Mein Papier liebt mich bedingungslos: Warum ich Autorin wurde

Seit meinem Abschied aus der Wirtschaft sind drei Jahre ins Land gegangen.
In der Wirtschaft arbeitete ich überwiegend mit dem Kopf.
Ich erfüllte Ziele, steigerte meine Effizienz und die der Firma. Leistung fürs Shareholder Value.
Zum Fühlen war keine Zeit und auch kein Platz. Ich lebte für meine Karriere. Und über meine Gefühle hinweg. Nahm sie nicht ernst und handelte nicht nach ihnen. Mein Kopf dominierte die Szene. Ich wurde erst gestresst und genervt, dann unzufrieden und schließlich krank. Ausgebrannt. Ausgebrannt sein ist die Abwesenheit von Liebe. Liebe für sich selbst, ein Symbol für getrennt sein von sich selbst.

Ich verließ die Szenerie. Abgang.

Für mich galt in den Jahren danach herauszufinden, was mich erfüllen könnte, mich zufrieden und glücklich machen könnte. Wenn es doch mein Job im Konzern und der Wirtschaft nicht mehr tat.

Ich machte mich also auf den Weg und suchte.

Ich schreibe schon mein Leben lang. Tagebuch. Immer mal wieder. 

Während meiner Zeit in der Wirtschaft gar nicht. Denn auch dafür war keine Zeit. Beziehungsweise nahm ich mir keine Zeit.

Ich suchte, und ich fand. Eine Schreibschule. Mit Schreib-Coach.

Wenn ich am Anfang Texte schrieb, war ich unfrei. Fremdbestimmt von der Perfektionistin in mir. Sie totterte beim Schreiben in vorauseilendem Gehorsam stets sämtlich Orthografie- und, Kommaregeln durch. Das ist nicht entspannt, hielt mich im Kopf und nahm mir die Freude an Kreativität und am Schreiben.

Mein erstes Schreibtraining hieß „Herztraining“.

Ich schrieb täglich. Schreibaufgaben, die über das Fühlen gingen. Und mitten in mein Herz. 

Die Perfektionistin in mir schickte ich in den Urlaub. Sie nahm die Orthografie und die Kommaregeln mit. Südsee. Auf dass sie sich entspannen. Möglichst weit weg von mir.

Ok, zugegeben, das ist krass verkürzt dargestellt.
Und inzwischen ist es Realität.
Das Schreiben hat mich von meinem Perfektionismus befreit.

Mein Bedürfnis als Autorin ist es, authentische Texte zu schreiben. Texte, die den Leser berühren und mitnehmen. Ihm Impulse geben. Zum Nachdenken anregen.

Das schaffe ich nur, wenn ich bei mir bin, wenn ich mich fühle. Mit allen Hochs, Tiefs und Blockaden. Authentisch ich. 

Nach dem Herztraining schrieb ich fortan aus dem Gefühl heraus. Über meine Gefühle. Ich schrieb autobiografisch. Vom rationalen Denken in der Wirtschaft direkt rein ins tiefe Fühlen.
Ich nehme alle meine Gefühle an. Ich gehe durch sie hindurch, ich durchlebe sie.

Ich habe durch das Schreiben zu mir gefunden.

Ok, zugegeben, das ist öfter mal sauanstrengend. Und es lohnt sich. Denn es macht mich stark und präsent.

Wenn etwas in mir nagt, ich traurig bin oder mich ärgere, rede ich mit meinem Papier. Und das Papier hört mir zu. Wertschätzend. Aufmerksam. 

Papier sei hier ein romantisches Sinnbild. Ich rede mit dem Papier, in dem ich mich und meine Gedanken und Gefühle durch meine Hände in die Tastatur und auf den Bildschirm kippe. 

Mein Innerstes nach außen, aufs Papier. Ich vertraue mich meinem Papier an. Dabei gibt es keine Tabus. Ich bin offen und ehrlich zu meinem Papier.

Und das Papier gibt mir Klarheit zurück. Und beruhigt mich. 

Es nimmt meine Wahrheit auf und lässt sie stehen. 

Unkommentiert. Unbewertet. 

Das Papier nimmt mich an. 

Ich liebe mein Papier, weil ich bei meinem Papier sein kann, wie ich bin. Ohne Angst zu haben, etwas falsch zu machen. Zuviel zu sein. 

Niemals würde das Papier über mich urteilen. Und deshalb vertraue ich meinem Papier auch alles an.

Mein Papier liebt mich bedingungslos. 

Ich bin meinem Papier nicht zu dick. Oder nicht freundlich genug. Oder zu egoistisch. Nicht liebend genug. Zu viel. Nicht gut genug. Zu abgehoben und arrogant.

Wobei, diese Gedanken bin ja ich. Meine Glaubenssätze. Von mir erschaffen. Höchstpersönlich.

Mein Papier ist mein Spiegel.

Denn wenn ich meine Glaubenssätze aufs Papier projiziere, lese ich, wie irrsinnig sie sind. Und kann sie auf einmal fühlen. Den Irrsinn meiner Glaubenssätze.

Wenn ich meine Glaubenssätze auf Menschen projiziere, fällt mir das gar nicht auf. Oder erst sehr viel später. Zu laut rauscht es unter den Menschen. Mit den Menschen.

Mein Papier kann nicht denken. Papier ist.

Ein stiller Zeuge. Ein stiller Beobachter.

Das ist mein ewig totternder Verstand mit meinem Ego nicht.

Darum liebe ich das Schreiben.

Es bringt mir Frieden.

Es nimmt mir die Last meiner Gedanken. Und klärt meine Gedanken und damit mich.

Das ist  eine Facette.

Natürlich träume ich auch auf mein Papier.

Und auch hier ist mein Papier ein stiller Zeuge meiner Träume.

Niemals zweifelt mein Papier.
„Hey, bleib mal auf dem Boden, sei mal realistisch. Du bist größenwahnsinnig! Das schaffst du sowieso nicht. Das ist unmöglich!“

Mein Papier sagt: „Träum weiter.“ UND MEINT ES AUCH SO.

Wenn das ein Mensch zu mir sagt, klatsch mir gleich ein Flatschen Sarkasmus ins Gesicht. Und ich weiß, der Mensch meint das Gegenteil.

Mein Papier ist ehrlich. Und niemals ironisch.

Mein Papier hat auch noch nie zu mir gesagt: „Sorg dafür, dass es den anderen gut geht. Sie müssen glücklich sein. Deine Bedürfnisse sind egal. Wir sind hier nicht bei wünsch dir was. Wir sind hier bei so isses!“

Das aber hat mein totternder Verstand gesagt. Ständig.

Mein Papier lädt mich ein in die Stille. Ich kann baden in der Stille und all meine Träume aufschreiben.

Und damit ist mein Papier ein Enabler. Denn ich manifestiere durchs Schreiben aufs Papier meine Träume. Sie werden wahr, weil ich sie aufschreibe. Sie ans Licht lasse. Ihnen eine Bühne erschaffe. Wo sie sein können. Sein, um zu wachsen. Um groß zu werden. Und wahrhaftig. Indem ich schreibe, verändere ich. Das funktioniert. Von mir erprobt und garantiert.

Wenn ich schreibe, bin ich die Energie, die Neues erschafft.

Erst für mich. Und wenn ich bereit bin und mein Schreiben in die Welt lasse, dann auch für die Welt.

Schreiben heißt sich ausleben. Echt sein. Wahrhaftig sein. 

Darum kommt, wer schreibt, auch bei sich selber an. Du liest über Dich selber. Von Dir geschrieben.

Niemand schafft es, sich schreibend in die eigene Tasche zu lügen. Verdrängte Wünsche in der Dunkelheit zu lassen.

Schreiben macht Dich sehr ehrlich.

Das ist eine weitere Facette.

Wer schreibt, begegnet sich selbst. Immer wieder.

Und wem ich immer wieder begegne, den lerne ich kennen.

Das ist ein perfekter Startpunkt, um sein Leben auszurichten.

Wer bin ich wirklich? Was will ich wirklich? Was tut mir gut?

Im Sinne von psychischer Gesundheit und Resilienz und damit auch physischer Gesundheit. Eine gesunde Seele hat keinen Grund, sich über den Körper bemerkbar zu machen, zu sagen: „Hey, hallo! Fühl doch mal in dich rein. Hier stimmt was nicht. Du bist genervt, gestresst, unzufrieden, unglücklich. Merkst Du das denn nicht??? Ändre was!“

Auch das ist eine Facette.

Autorsein bedeutet zu fühlen. Sich selbst fühlen. Die Welt fühlen. 

Wahrhaftig fühlen ermöglicht es, sich seine Welt zu gestalten. 

Denn wenn Du Dich fühlst, weißt Du, wer Du bist und was Du willst.

Und dann ist es reines Projektmanagement, um in Dein persönliches Glücklichsein zu segeln. 

Schreiben macht glücklich.

Deshalb ist der Titel meines ersten Buches auch:

Anleitung zum Glücklichsein. Eine Geschichte über die Suche nach der Liebe.

Über Sabine Schumann und das Schreiben.

abine schumann im Portrait, sie erklärt warum sie Autorin wurde

Schreiben macht glücklich, denn: 

Schreiben macht frei.
Schreiben ist Fühlen. 

Fühlen ist Lieben und –

Lieben in Freiheit macht glücklich.

Mehr habe ich nicht zu sagen.

Schreib dich frei

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