Testimonials zu Biografie schreiben

Weitere Eindrücke zum Kurs Biografie schreiben kommen bald.

Von Kerstin Wolff

Reisebericht nach 2. Etappe
Da sitze ich nun in riesigen Schuhen neben Buddha, Schneewittchen, den Begnadeten & Co. Angeblich ist das ein Kurs zum autobiographischen Schreiben. Ich hatte gar nicht vorgehabt, einen solchen Kurs zu machen. Zeit hatte ich scheinbar auch gerade nicht im Überfluss. Wann hat man schon Zeit für das eigene Leben? Aus dem Nichts war eine blonde Frau mit einem Reiseangebot aufgetaucht. Die Reiseführerin schien mir extrem authentisch. Das zog mich magisch an. Die genaue Reiseroute sollte erst unter meinen Füßen entstehen. Reise ins Unbekannte mit Schatzsuche. Ich konnte schlicht nicht nicht mit. Wahrscheinlich wussten wir alle, dass diese Reise genau jetzt für jede von uns anstand. Das war kein Angebot, dass man ausschlagen konnte. Das Leben rief!
Es ist eine Sternwanderung in Etappen. Die ersten Tage streifen wir alleine  durch die vergessenen Orte unserer Kindheit. Ja, ich war schon mal hier, als kleiner Mensch mit Kinderaugen. Jetzt schaue ich durch andere Augen. Ich kann auf der Reise wechseln zwischen meinen jetzigen und den Kinderaugen.  Mit den Kinderaugen kann ich mich über Jahrzehnte hinweg mitten in das Erleben von damals beamen. Ich kann Kindercola schmecken und mich nochmal sorgen, eines Tages nicht pünktlich aus dem Kindergarten  abgeholt zu werden.
Im Basecamp sitzt Heike St.. Wir geben täglich Meldung von unseren Streifzügen. Heike bestätigt, dass sie uns sieht und fühlt. Manchmal vergewissern wir uns auch untereinander. Dann schreibt jemand, dass ihm der Ort sehr bekannt vorkommt, an dem wir gerade sind. So fühlen wir uns nicht gänzlich verloren, wenn wir in eine tiefe Erinnerungsspalte abgerutscht sind. Notfalls wird uns jemand da rausholen.
Nach fünf Tagen haben wir die Bergrücken und Täler der ersten Teiletappe durchwandert. Es gibt  ein erstes Gipfeltreffen mit der Reiseleiterin. Es ist ein magischer Abend unter Sternen. Mit welchem Ruf haben wir diese Reise des Lebens angetreten? Es zeichnet sich eine Richtung ab, in der jede von uns unterwegs ist. Vielleicht sogar eine Mission. Der Leitstern leuchtet ein bisschen heller jetzt. Wir werden geführt, aufgehoben im Universum.
Vor der zweiten Etappe, der Jugend, habe ich zunächst ein bisschen Respekt. Erstmal losgegangen bin ich bald ganz in dieser Tour versunken. Es ist ein riesiger Jahrmarkt, den ich durchwandere. Diesmal treffen wir uns schon zwischendurch auf der Reise. Ulrike stellt uns neue Schuhe hin. „Was?“ fragen wir. „Die sind doch viel zu groß!“ Dabei sind wir wohl das halbe Leben lang in zu kleinen Schuhen unterwegs gewesen.  Kein Wunder, dass manch eine etwas müde und erschöpft im Kurs gestrandet ist. Zu kleine Schuhe schmerzen. Man meint oft, nicht weitergehen zu können, betäubt sich durch was auch immer, geht Wege, die irgendwie leichter gangbar scheinen, obwohl man ganz genau weiß, dass sie nicht dorthin führen, wo man sein möchte.
In meine sehr großen Pippi Langstrumpf Schuhe muss ich noch ein bisschen hineinwachsen. Ich bin sehr gespannt, wie es euch in den neuen Schuhen geht. Manchmal ziehen wir bestimmt aus Gewohnheit noch in den alten Schuhen weiter, bis wir wieder merken, dass die total drücken. Dann doch lieber die neuen, die noch ungewohnten Siebenmeilenstiefel …

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